den menschen ganzheitlich verpflichtet

Massnahmen: So werden wir unserem Anspruch gerecht

Zur Erreichung unserer Qualitätsziele, ihrer kontinuierlichen Evaluation sowie weiteren Verbesserungen der Ergebnisse bedarf es einer ganzen Reihe von Werkzeugen. Dazu zählen beispielsweise Befragungen von Patienten oder niedergelassenen Ärzten, objektive Qualitätsmessungen, Begutachtungen und Zertifizierungen, ein Konzept zum klinischen Risikomanagement und selbstverständlich auch systematische Fort- und Weiterbildungen unserer Mitarbeiter. Auf jeden dieser Bereiche legen wir mit dem Ziel optimaler Qualitätssicherung sehr großen Wert.

Befragungen

Befragungen stellen ein wichtiges Werkzeug zur Überprüfung und Weiterentwicklung der Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder dar. Im Wesentlichen handelt es sich um Patientenbefragungen, Mitarbeiterbefragungen und Befragungen von einweisenden Ärzten.

  • Patientenbefragungen haben sich in den vergangenen Jahren als ein unverzichtbares Instrument der Qualitätsmessung und Weiterentwicklung in Krankenhäusern etabliert. Aufbauend auf wissenschaftliche Forschungen zu diesem Thema werden in unseren Einrichtungen kontinuierlich Erhebungen durchgeführt, um Veränderungen zu erfassen und zeitnah darauf reagieren zu können. Wir achten dabei sehr genau darauf, dass kritische Rückmeldungen in den Fragebögen ohne Sorge um etwaige negative Auswirkungen möglich sind. Die Beantwortung durch die Patienten erfolgt daher anonym und zu Hause, also nach Beendigung der Behandlung. Bei der Art der Patientenbefragung gehen wir vom Erleben des Patienten aus und messen durch die sogenannte Reportingtechnik den Grad der Zustimmung. Der Schwerpunkt unserer Befragungen liegt auf Themen, bei denen der Patient Experte ist, wodurch dessen Urteil wiederum unsere Weiterentwicklung prägt. Entsprechend sehen die Schwerpunkte unserer Fragen aus: Respekt und Freundlichkeit während der Behandlung, gemeinsame Entscheidungsfindung („shared decision making“), Schmerzbehandlung und Schmerzprophylaxe, Hygienebeobachtungen. Die Daten werden einmal im Quartal erhoben, analysiert und nach internen Besprechungen mit Verantwortlichen und  Mitarbeitern in korrigierende Maßnahmen übersetzt.

  • Mitarbeiterbefragungen werden regelmäßig durch externe Befragungsinstitute durchgeführt. Schwerpunkte unserer Befragungen sind Mitarbeiterzufriedenheit, Identifikation mit den Zielen und Werten des Trägers, Mitarbeitergesundheit und Sicherheitskultur des Krankenhauses.

  • Einweiserbefragungen werden für die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder regelmäßig von externen Instituten vorgenommen. Schwerpunkt der Befragungen sind: Fachliches Ansehen des Krankenhauses und der Abteilungen, Kommunikation zwischen Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten, fachliche Zusammenarbeit sowie Terminabstimmungen.

Neben den regelhaften Patienten-, Mitarbeiter- und Einweiserbefragungen werden bei Bedarf punktuelle Befragungen (zum Beispiel Patientenbefragungen zum Thema Notfallversorgung, Radiologie, Qualität der Mahlzeiten, etc.) vorgenommen. Dies bietet uns die Möglichkeit, spezielle und sehr zielgerichtete Verbesserungen vorzunehmen.

Kontinuierliche Qualitätsmessungen
Nur wer misst, was er tut, kann besser werden!

Gemäß diesem Grundsatz betreiben wir intensiv die Messung von Ergebnisqualität über die Auswertung von Ergebnissen verschiedener Quellen.

Indikatoren, die sich aus den routinemäßig entstehenden Abrechnungsdaten berechnen lassen, werden hierfür genutzt. Dies sind insbesondere die German Inpatient Quality Indikators, die Patient Safety Indicators der AHRQ und die kirchlichen Indikatoren, die die Erfüllung der Bedürfnisse  von Patientengruppen widerspiegeln, die sich nur mit Mühe eine Stimme geben können wie Kinder, demente und behinderte Patienten. Alle Krankenhäuser des Verbunds sind Mitglied bei QKK e.V., einem gemeinnützigen Verein, der sich strukturiert mit den Ergebnissen aus diesen Indikatoren auseinandersetzt und Verbesserungen einleitet.

Darüber hinaus nutzen wir intensiv die einrichtungs- und sektorenübergreifende Qualitätsmessung, die uns von der AOK zu Ihren Patienten zur Verfügung gestellt wird. Die QSR Ergebnisse (Qualitätssicherung aus Routinedaten der stationären Versorgung der AOK) werden zentral für alle Standorte ausgewertet und in einem aufwändigen Verfahren aufbereitet, um Erkenntnisse in reale Verbesserungen zu übersetzen.

Externe Begutachtungen und Zertifizierungen
Das Logo von proCumCert
DIN EN ISO 9001:2008 Registernummer 002000 ISO/pCC

Alle Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder in München, Regensburg, Schwandorf und Straubing sind aufgrund ihrer hohen Qualität in der Patientenversorgung sowie in der Krankenhausorganisation nach DIN EN ISO 9001:2008 und proCum Cert zertifiziert. Darüber hinaus ist eine ganze Reihe unserer medizinischen Zentren separat und nach den Kriterien der jeweiligen Fachgesellschaften zertifiziert. Sich stets an den höchst möglichen Standards zu orientieren, ist unser Anspruch an uns selbst und ist das, was unsere Patienten auch von den Barmherzigen Brüdern erwarten können.

Jedes Haus erfüllt selbstverständlich die gesetzliche Forderung nach einem strukturierten Qualitätsbericht. Er dient der Information von Patienten und Angehörigen und als Orientierungshilfe für niedergelassene Ärzte. Über sogenannte Kliniksuchmaschinen sind diese Berichte leicht im Internet auffind- und einsehbar.

Patientensicherheit

Patientensicherheit als spezieller Aspekt einer qualitativ hochwertigen Versorgung steht ganz klar im Fokus von Patienten, Angehörigen, kooperierenden Ärzten und Kostenträgern. Sie ist das Ergebnis eines aktiven klinischen Risikomanagements und prioritäres strategisches Ziel des Ordens als Träger unserer Krankenhäuser. Das klinische Risikomanagement ist zentral organisiert und wird in den Einrichtungen von ausgebildeten Risikomanagern umgesetzt. Dazu dient ein einrichtungsübergreifendes Konzept, das die diesbezügliche Entwicklung der nächsten Jahre sowie die dazu notwendigen Strukturen und Aktivitäten beschreibt.

Bereits jetzt besteht in jeder Einrichtung ein Berichtswesen zu unerwünschten Ereignissen, ein sogenanntes Critical Incident Reporting System (CIRS). Berichte, die jeder Mitarbeiter zu unerwünschten Vorfällen anonym und niederschwellig abgeben kann, werden in einer zentralen Stelle analysiert. Im Anschluss werden dann zusammen mit den Experten vor Ort entsprechende Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Darüber hinaus nutzen wir zahlreiche weitere Instrumente, die Anerkennung in der internationalen Wissenschaft zur Patientensicherheit erlangt haben. 

Konkrete Maßnahmen, um die Sicherheit unserer Patienten zu gewährleisten sind unter anderem:

  • Patientenarmband: Jeder Patient erhält zu Beginn seines stationären Aufenthaltes ein weißes Armband mit seinem Namen und seinem Geburtsdatum und seiner Fallnummer. So hat jeder Mitarbeiter im Krankenhaus im Falle eines Notfalls alle relevanten Daten des Patienten vorliegen. Auch Verwechslungen können so ausgeschlossen werden.

  • WHO-Checkliste: Diese international anerkannte Checkliste wird vor jedem Eingriff im OP strukturiert abgefragt. Bestandteile sind: Name, geplanter Eingriff, die Körperseite und viele weiteren, relevanten Punkte. Gleichzeitig wird überprüft, ob die richtige Körperseite markiert ist. Mit dieser Checkliste können Risiken in der Behandlung deutlich minimiert werden. 
Systematische Mitarbeitertrainings

Es ist mittlerweile unumstritten, dass Mitarbeiterschulungen zum Thema Patientensicherheit die grundlegende Voraussetzung sind, damit etablierte Sicherheitsstrategien akzeptiert und angewendet werden. Diese Schulungen werden als sogenannte Medical Team Trainings einrichtungsweit abgehalten. Im Nachgang werden dann wichtige Instrumente wie Team Briefings, professionelle Checklistenarbeit und Übergabestrategien implementiert.

Durch professionell durchgeführt Simulationstrainings, in denen ganze Teams miteinander für den Ernstfall üben, bereiten wir unsere Mitarbeiter auf eine optimale Zusammenarbeit in der Bewältigung komplexer Notfälle vor.