Patientenversorgung auf höchstem Niveau

Pflege-Vision 2020: Verlässlichkeit nach innen und aussen

Die Pflege ist aufgefordert, sich im Sinne der gemeinsamen Aufgabe kontinuierlich an den sich verändernden Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens, den Bedarfs- und Bedürfnislagen der Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen und den heterogenen Schnittstellen der beteiligten Berufsgruppen im offenen System Krankenhaus auszurichten.

Uns ist dabei wichtig, die Entwicklungen der Pflegewissenschaft und die Fortschritte der Technik zu integrieren. Bei all unserem Streben bleibt jedoch unsere wichtigste Aufgabe, den Menschen selbst zu sehen und unser Handeln in diesem Bewusstsein zu reflektieren. In allen Einrichtungen tragen Brüder und Mitarbeiter (einschließlich Ehrenamtlichen und Wohltätern) gemeinsam den Auftrag des Ordens mit ein und demselben Ziel: Kranken und Hilfsbedürftigen im Geist unseres Gründers Johannes von Gott zu helfen.

Das Ziel der Pflege in unserem Verbund ist, dem Ordensauftrag und dem Wertesystem des Hospitalordens des Heiligen Johannes von Gott in allen Krankenhäusern der Provinz gerecht zu werden. Damit das gelingt, hat sie die Vision 2020 formuliert: ein Konzept dafür, wie sich die Pflege systematisch bis 2020 weiterentwickeln soll. Die Pflege-Vision 2020 dient als gemeinsamer Wegweiser und ist Grundlage unserer strategischen Ausrichtung.

Das sind die fünf Themenbereiche der Pflege-Vision-2020:

Pflegeverständnis

Wir verstehen unser Krankenhaus als Ort der Heilung, der Menschlichkeit, der Hilfe und der Begleitung Kranker. Ausschlaggebend für die Gestaltung und Durchführung der Pflege ist das Menschenbild (anthropologisches Modell), dem wir uns verpflichtet fühlen:

„Wir müssen eine Betreuung anbieten, die alle Dimensionen des Menschen berücksichtigt: und zwar die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen.“ (aus: Erste Schritte auf dem Weg der Hospitalität, Juni 2013)

Diese vier Dimensionen sind als grundlegend und wesentlich für jede Person anzusehen. Sie sind derart eng miteinander verbunden, dass sich eine Störung in einer von ihnen unmittelbar auf die anderen auswirkt. Deswegen kann das Betreuungsmodell des Ordens kein anderes sein als ein „ganzheitliches“. Um bei der Betreuung allen Dimensionen des Menschen gerecht zu werden, braucht es professionelle und ehrenamtliche Mitarbeiter.

  • Unsere Pflege ist fachlich qualifiziert, individuell und flexibel. Die Würde der menschlichen Person steht stets im Mittelpunkt.
  • Wir übernehmen Verantwortung. Unser Handeln basiert auf dem Stand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir koordinieren den Versorgungsprozess der Patienten auch nach dem stationären Krankenhausaufenthalt.
  • Angehörige haben die Möglichkeit im pflegerischen Betreuungsprozess mitzuwirken.
  • Die Pflege ist bereit zur Übernahme neuer Tätigkeiten/Verantwortungsbereiche.
  • Wir setzen uns ein für eine Stärkung der Patientenautonomie und schaffen Kriterien für ein Mehr an Lebensqualität.
Die Rolle der Pflege

Die Pflege ist ein unverzichtbarer Partner im System Krankenhaus. Sowohl bei der unmittelbaren Versorgung der Patienten, als auch bei der strategischen und folgend operativen Ausrichtung der klinischen Prozesse übernimmt die Pflege Verantwortung. Eine klare Verteilung von Aufgaben und Zuständigkeiten innerhalb der Berufsgruppe Pflege sowie auch in Abstimmung mit den übrigen an der Patientenversorgung beteiligten Berufsgruppen schafft Klarheit und Handlungssicherheit. Die Strukturen lassen Raum für innovatives Denken und Handeln und fördern damit die Evaluation und beständige Ausrichtung der Prozess- und Ergebnisqualität am Wohl der Patienten.

  • Zur Weiterentwicklung und Weitergabe pflegerischer Expertise kooperiert der Pflegedienst mit nationalen und internationalen Institutionen des Gesundheitswesens, der Bildung und der Forschung. Eine engere Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder in Österreich ist dafür ein Ausdruck.
  • Die leitenden Mitarbeiter pflegen eine wertschätzende Kommunikation und geben diese Haltung an ihre Mitarbeitenden weiter.
  • Die Bereitschaft zur Übernahme von Tätigkeiten in spezialisierten medizinischen Bereichen sind zukunftsweisende Entwicklungen und stärken die Position der Pflege im System Krankenhaus.
  • Die zunehmende Mündigkeit der Patienten unterstützt die Pflege durch qualifizierte Beratungsangebote.
  • Der Pflegedienst im Krankenhausverbund ist Vorreiter in neuen Versorgungsstrukturen.
Führung und Management

Führung engt nicht ein, sondern schafft einen Rahmen, in dem die Mitarbeitenden selbständig aktiv sein können. Klare und nachvollziehbare Strukturen schaffen Handlungssicherheit und beschränken die Notwendigkeit einzugreifen und nachzusteuern auf ein geringes Maß. Führung wirkt inspirierend. Sie schafft Visionen und entwickelt durch Sprache und Modell die Begeisterung für die Idee bei den Mitarbeitenden. Führung schafft auch Raum zum Zuhören, fördert Lernprozesse und hilft Mitarbeitenden, den nächsten Schritt zu tun.

Pflegefachliche Qualifikationen alleine befähigen meist nicht dazu, die Führungsrolle vollständig auszufüllen. Führung erfordert neben einem Grad an fachlichen Wissen und einer Leidenschaft für Menschen auch Methoden und Erfahrung. Für Menschen in Führungsfunktionen besteht die Möglichkeit der theoretischen Fundierung durch Fort- und Weiterbildung sowie auch durch akademisch einschlägige Studiengänge.

  • Die Pflegeleitung etabliert durch ihre Führung ein Klima des Vertrauens, das nicht nur die Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden steigert, sondern sich auch positiv auf die Pflege der Menschen auswirkt.
  • Ein akademischer Abschluss gilt mittelfristig als Basisqualifikation für Führungskräfte.
  • Eine gezielte Führungskräfteentwicklung nimmt erfahrene Führungskräfte und auch den Führungsnachwuchs in den Blick.
  • In den Verbundkrankenhäusern gibt es eine vergleichbare Vergütungsstruktur für Führungskräfte im Pflegebereich.
Wirtschaftlichkeit

Die Pflege nimmt ihre wirtschaftliche Verantwortung gegenüber dem Krankenhausträger und auch gegenüber den Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenversicherung durch einen reflektierten ökonomischen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen wahr. Durch Kooperationen innerhalb des Krankenhausverbundes aber auch durch die abgestimmte Zusammenarbeit mit externen Partnern tragen Synergieeffekte zum gemeinsamen Erfolg bei. Die Einsparungen auf der Kostenseite werden durch eine effiziente und effektive Ausrichtung von Prozessen sowie durch eine innovative Arbeitsgestaltung erreicht.

  • Führungskräfte steuern einen wirtschaftlichen Personal- und Materialeinsatz. Grundlagen dafür sind verlässliche Kennzahlen aus dem Controlling und dem Personalwesen.
  • Eine standortübergreifende Zusammenarbeit dient als Chance wirtschaftlichen Handelns.
  • Die leitenden Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung bewusst, Arbeitsprozesse in ihrem Zuständigkeitsbereich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu strukturieren.
  • Ein abgestimmter Qualifikationsmix in der Pflege trägt zur Kostenoptimierung bei gleichbleibender Versorgungssicherheit bei.
Herausforderungen der Generationen gerecht werden

Neben dem Anspruch auf eine gesunderhaltende und modern gestaltete Arbeitsumgebung im beruflichen Kontext haben die Mitarbeitenden auch Bedarfs- und Bedürfnislagen als Privatpersonen. Zukunftsmodelle, die die Mitarbeiterorientierung in den Fokus nehmen, führen über eine Steigerung der Prozessqualität letztlich auch zu einem Mehr an Patientenorientierung.

  • Alters- und alternsgerechte Arbeitsgestaltung in der Pflege sind ein Zeichen der Fürsorge für die Mitarbeitenden.
  • Die Pflegeleitung unterstützt flexible Arbeitszeitmodelle als Basis für mehr Balance zwischen Beruf und Privatleben.
  • Durch modern gestaltete Arbeitsplätze und gesundheitsförderndes Handeln ermöglichen wir den Mitarbeitenden einen langen Verbleib im Beruf.