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Überdurchschnittlich zufriedene Patienten

(14.05.2014)

Techniker Krankenkasse zeichnete Regensburger Krankenhäuser Evangelisches, Barmherzige Brüder und Caritas St. Josef für hohe Qualität aus

Für hohe Patientenzufriedenheit überreichte die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch, 7. Mai dem Evangelischen Krankenhaus, dem Krankenhaus Barmherzige Brüder und dem Caritas-Krankenhaus St. Josef das Qualitätszertifikat.

Damit kommen drei von insgesamt sechs ausgezeichneten Kliniken der Oberpfalz aus Regensburg. Bei der aktuellen Umfrage der TK unter ihren Versicherten beteiligten sich in Bayern über 24.000 Patienten, davon mehr als 1.000 aus Regensburg. Die drei Häuser in der Donaumetropole übertrafen in allen fünf Kategorien den Bundesschnitt. Für Caritas St. Josef ist es bereits die dritte Auszeichnung in Folge, für das Evangelische die zweite.

Kriterien: allgemeine Zufriedenheit, Behandlungsergebnis, medizinisch-pflegerische Versorgung, Kommunikation mit Patienten und Unterbringung

Bewertet wurden die allgemeine Zufriedenheit, das Behandlungsergebnis, die medizinisch-pflegerische Versorgung, die Information und Kommunikation mit den Patienten sowie die Organisation und Unterbringung. Nachdem die TK 22.000 Einzelantworten der Regensburger Patienten ausgewertet hatte, waren die drei gefeierten Kliniken bei der allgemeinen Zufriedenheit bis zu fünf Prozentpunkte besser als im Bund. Das Evangelische erreichte rund 85 Prozent, die Barmherzigen Brüder 83 und Caritas St. Josef fast 82. Noch größer ist der Abstand bei der Zufriedenheit mit der medizinisch-pflegerischen Leistung. Knapp 86 Prozent bedeuten für das Evangelische Krankenhaus über neun Punkte Vorsprung. Die Barmherzigen Brüder und Caritas St. Josef verbuchen hier beide mehr als 79 Prozent. Maximal möglich waren jeweils 100 Prozent. "Kliniken, die sich für eine hohe Patientenzufriedenheit einsetzen, honorieren wir mit unserem Qualitätszertifikat", sagte Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern bei der Feierstunde im Presseclub Regenburg.

Caritas St. Josef und Evangelisches haben ihre Stärken in der guten Betreuung und den verständlichen Erklärungen durch die Pflegekräfte, die sich auch viel Zeit für die Patienten nehmen. Sowohl Mediziner als auch Pflegepersonal sind über den Krankheitsverlauf in beiden Kliniken gut informiert. Weitere Pluspunkte sammelt Caritas St. Josef bei der Verpflegung, das Evangelische bei der Organisation der Aufnahme.

Das Krankenhaus Barmherzige Brüder ist top bei den verständlichen Erklärungen durch die Ärzte, bei der Sauberkeit und beim Unterhaltungsangebot. Kritisch sehen die Patienten allerdings die Wartezeit vor den medizinischen Untersuchungen. Hierzu Geschäftsführerin Sabine Beiser: "Trotz kleinerer Herausforderungen wie den Wartezeiten, die nicht zuletzt auch aus dem enormen Zuspruch der Bevölkerung resultieren, sehen wir unsere Arbeit durch die deutlich über dem Schnitt liegende Patientenzufriedenheit bestätigt. Das heißt freilich nicht, dass jedes Details bereits optimal gelöst ist. Daran arbeiten wir jeden Tag mit der gebotenen Nachhaltigkeit."

Patienten würden sich wieder hier behandeln lassen

Dr. Antje Schoppa, Leiterin Medizinische Organisation beim Evangelischen Krankenhaus, freut sich, dass sich über 88 Prozent der Patienten wieder in Ihrem Haus behandeln lassen würden. "Fast so viele empfehlen unsere Klinik auch Familienangehörigen und Freunden. Die Patienten honorieren damit unsere ständigen Bemühungen für hohe Qualität." Das unterstreicht auch Sabine Beiser. Mit 89 Prozent erzielte ihre Klinik sogar noch höhere Werte bei der Frage der Wiederbehandlung. "Patientenbefragungen, die transparent Resultate aufzeigen, motivieren, sich stets zu verbessern. So können wir Medizin und Pflege nach den Bedürfnissen und zum Wohle der erkrankten Menschen weiterentwickeln." Der Erfolg gibt ihr Recht. Das Krankenhaus Barmherzige Brüder konnte sich entgegen dem bundes- und bayernweiten Trend in allen fünf Bereichen verbessern.

Bredl: "Die Patienten werden kritischer. Erstmals seit Start des TK-Klinikführers ist die Zufriedenheit gegenüber der vorherigen Befragung zurückgegangen." Über alle Kategorien verzeichnet Bayern ein Minus von 0,3 Prozent, der Bund sogar um 0,5. Aus Sicht der Patienten ist die Qualität der Kliniken im Freistaat derzeit rund ein Prozent höher als im Bund. Alle drei Krankenhäuser liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt, das Evangelische und das Josefs-Krankenhaus übertreffen sogar noch den Bayernschnitt. Sabine Beiser betont: "Ich bin sicher, bei der nächsten TK-Patientenbefragung ziehen wir gleich."

Genau das will die TK mit dem Klinikführer erreichen. Durch transparente Darstellung der Klinikqualität, soll sich diese stets steigern. Das sei umso wichtiger, da bereits die politischen Entscheider darüber nachdenken, die Vergütung der Klinikleistungen künftig an Qualitätsparameter zu koppeln. "Bestens gerüstet scheint hier unser Dauergast bei der Zertifikatsvergabe zu sein", lobte Bredl. "Das Caritas-Krankenhauses St. Josef steht für nachhaltige, verlässliche Qualität."

Schlüsselrolle liegt bei den Pflegekräften

Nach Ansicht von Steffie Langheinrich, kaufmännische Leiterin bei Caritas St. Josef, kommt hierbei den Pflegekräften eine Schlüsselrolle zu. "Das Pflegesystem der Primären Pflege hat sich bei uns bewährt. Unsere hochkompetenten Pflegekräfte sind als direkter und kontinuierlicher Ansprechpartner für unsere Patienten und Angehörigen da und geben ihnen Sicherheit und Vertrauen. Durch die persönliche Verantwortungsübernahme für den pflegerischen Prozess und die Koordination des Behandlungsablaufes sichern sie den nachhaltigen Behandlungserfolg unserer Patienten."

Licht und Schatten gibt es noch beim Ende des Klinikaufenthaltes. Auf die Frage "Waren Sie mit den Vorbereitungen auf die Entlassung zufrieden?" konnte das Krankenhaus Barmherzige Brüder ähnlich wie im bundesweiten Schnitt seit der letzten Befragung um etwa acht Prozent zulegen. Die anderen beiden Regensburger Häuser verloren hier fast vier beziehungsweise sieben Punkte. Caritas St. Josef ist sogar unter den bundesweiten Schnitt von 71,6 Prozent gerutscht. Das seien klare Signale der Patienten an die Verantwortlichen, um besser auf die Zeit nach der Klinik vorbereitet zu werden. "Damit der Erfolg der stationären Behandlung auch nachhaltig wirkt, müssen beim Übergang alle Beteiligten - auch die niedergelassen Ärzte, ambulanten Dienste und die Krankenkassen noch enger zusammenarbeiten", forderte Bredl.

Zum Hintergrund: Den TK-Klinikführer gibt es seit 2007. Zum fünften Mal hat die TK inzwischen eine Zufriedenheitsbefragung unter den TK-versicherten Klinikpatienten durchgeführt. Die Befragung wurde von zwei wissenschaftlichen Instituten begleitet. Insgesamt hat die Kasse 398.000 ihrer Versicherten befragt. Sie alle wurden zwischen Juli 2012 und Juni 2013 für mindestens drei Tage stationär behandelt. Mehr als 230.000 Patienten bundesweit haben geantwortet. Insgesamt konnten für 1.024 Krankenhäuser und 2.582 Fachabteilungen Ergebnisberichte erstellt werden. Mindestens 150 TK-Versicherte Patienten, die befragt werden konnten waren Voraussetzung für die Beteiligung eines Krankenhauses an der TK-Zufriedenheitsstudie. Für Bayern liegen Ergebnisse von 124 Kliniken vor. Der Klinikführer ist abrufbar unter www.tk.de/klinikfuehrer.