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Rheumatoide Arthritis

von Prof. Dr. Robert Obermaier, Klinikum St. Elisabeth Straubing, Chefarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Minimalinv. Chirurgie und Proktologie | 18.04.2019

Unter rheumatoider Arthritis versteht man eine entzündliche Erkrankung der Gelenke mit meist chronischem Verlauf. Die Erkrankung kann an mehreren Gelenken auftreten und auch andere Körperbereiche betreffen. Sie verläuft in vielen Fällen schubweise, Phasen mit und ohne Beschwerden wechseln sich ab. Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke.

In Deutschland sind circa 440000 Menschen betroffen.

Ursachen

Die rheumatoide Arthritis hat autoimmu­ne Ursachen. Das Immunsystem spielt verrückt. Das heißt, dass der Körper nicht gegen gefährliche Eindringlinge kämpft, sondern sich selbst angreift. Konkret tritt eine Entzündung an der Innenhaut der Gelenke auf.

Symptome

Typische Beschwerden sind Schmerzen an den Gelenken, die vor allem in der Nacht und in Ruhe auftreten, sowie eine Morgensteifigkeit an den betroffenen Ge­lenken. Die Erkrankung beginnt meist an den Finger- und Handgelenken und kann sich im Verlauf auf weitere Gelenke aus­breiten. Eine Schwellung der Gelenke ist zu beobachten. Einfache Alltagstätigkeiten fallen schwerer. Darüber hinaus kann die rheumatoide Arthritis auch andere Organe wie Lunge, Haut und Augen angreifen.

Diagnose

Im Zuge der Blutuntersuchung geben Labormarker wie Rheumafaktor und ACPA (Antikörper gegen citrullinierte Proteine/ Peptide) wichtige Aufschlüsse. Röntgen macht Veränderungen am Knochen sichtbar. Ultraschall oder Magnetresonanztomographie lässt Entzündungen der Gelenke rasch erkennen.

Behandlung

Rheumatoide Arthritis wird mit Medikamenten behandelt. Die langfristige Basis­therapie, welche die Entzündung hemmt und das Immunsystem unterdrückt, kann durch eine rasch wirkende Kortison-Therapie ergänzt werden. Auch eine Behandlung mit Biologika oder weiterführenden Medikamenten (z.B. Januskinaseinhibito­ren) kann in Frage kommen. Physiothera­pie, Bewegung, Physikalische Therapie, Ergotherapie und eine Ernährungsumstel­lung sind weitere wichtige Bestandteile der Behandlung.

Gute Infos

Umfassende Informationen bei rheumatologischer Arthritis gibt es bei der Deutschen Rheuma-Liga im Internet unter www.rheuma.de. Im Patienteninformationszentrum am Klinikum St. Elisabeth gibt es Bücher zum Thema.